Stefan Kiehl

Spielabend - 1. und  29. Mai 19 Uhr  - Ghersburg
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...von Niederbayern nach Neuseeland!

Autor Stefan Kiehl besucht die Aiblinger Zockerbande

MOERAKI-KEMU

Auf dem Treffen der Brettspielgruppe Aiblinger Zockerbande hat sich der Autor Stefan Kiehl als Gast angekündigt. Mit dabei hat er das Brettspiel Moeraki-Kemu. Stefan Kiehl hat das Spiel selbst entwickelt und auf Basis eines Kleinstverlags veröffentlicht. Moeraki-Kemu ist ein abstraktes Zweipersonenspiel, das mit einem Maori-Flair und einer überdurchschnittlichen Ausstattung auf sich aufmerksam macht.

Video mit dem  Spiele und Autor Stefan Kiehl vom Team Cliquenabend.de

 

Die Veranstaltung

Auf dem Spieleabend am 23. August 2012 auf der Ghersburg (str. 9 ab 19 Uhr) gibt es Gelegenheit  Moeraki-Kemu auszuprobieren. In einem Interview stand der der Autor Stefan Kiehl auf Fragen Rede und Antwort. Er gibt den Teilnehmern am Spieleabend gerne weitere Auskunft über seine Motivation der Spielentwicklung und zum Aufwand der Veröffentlichung. 

 

Das Spiel Moeraki-Kemu

Das Taktik-Spiel Moeraki - Kemu entführt die zwei Spieler auf die Südinsel Neuseelands. Zwei rivalisierende Maoristämme kämpfen um die Vorherrschaft des Strandabschnitts bei den heiligen Moeraki - Felsen.

Die beiden Spieler sind dabei Stammesoberhäupter welche auf dem Spielbrett durch taktisches Legen Ihrer Spielsteine um den Sieg spielen. Je nach Spielstärke der Spieler dauert eine Partie Moeraki - Kemu zwischen 3  und 25 min..

Auf der Moeraki - Skala, welche sich auch auf dem Spielbrett befindet, können die Spieler vor Beginn festlegen auf wie viel Siege ihr Spiel geht.

Ausführliche Infos zum Spiel auf der Verlagsseite Kiehly.de
Rezensionen zu Moeraki-Kemu auf luding.org

Ein Interview mit dem Autor

Frage:
Auf den ersten Blick erweckt das Spiel Moeraki-Kemu eine abstrakte Ausrichtung. Dann aber entdeckt man das Flair alter neuseeländischer Kultur.
Welche Bedeutung hat diese Wahl der Gestaltung des Spiels für Dich?

Antwort Stefan Kiehl:
Hallo Zusammen. 
Du hast Recht Nils. "Moeraki - Kemu" ist ein reines abstraktes Brettspiel ohne Glücksfaktor. Außer man hat das Glück und der Gegner übersieht eine Falle. Mein Neffe Florian zeichnet sich für die Grafik verantwortlich und er fand ein Hintergrundthema zum Spiel würde sich interessanter gestalten lassen. Da ich vor ein paar Jahren im Urlaub in Neuseeland war, fand ich die Maori Kultur als exotischen Hintergrund recht passend. Mit Florians Entwürfen war ich mehr als zufrieden. Die Hintergrundgeschichte ist aber natürlich rein fiktiv. Die Grafik ist eine stimmige Einbettung des Spiels, aber natürlich ist das wichtigste der Spielablauf selbst.

Frage:
Auf der Site vom Verlag Kiehly ist die Entwicklung vom Spiel Moeraki-Kemu dokumentiert. Es sind Ausführungen von „Pen and Paper“ bis zu einem Spielbrett aus Marmor aufgeführt.
Was hat Dich bewegt, das Spiel in der vorliegenden Form produzieren zu lassen? 

Antwort Stefan Kiehl:
Natürlich gab es auch Überlegungen Moeraki-Kemu in anderer Form herauszubringen. Mit ausschlaggebend war aber die Zusammenarbeit mit dem TAC-Verlag. Es war auf alle Fälle die richtige Entscheidung den Spielplan aus Holz fertigen zu lassen und edle Materialien zu verwenden. Ein Spielplan aus Pappe wäre im Meer der Spieleneuerscheinungen, vor allem von einem Kleinverlag, untergegangen. Da ich selber auch Spiele liebe, die optisch was hermachen, war dies mir umso lieber, auch wenn es natürlich deutlich teurer in der Herstellung war. Vor allem bei Spielemessen merkt man deutlich, dass die Aufmachung des Spiels neugierig macht. Ein weiterer Punkt ist natürlich auch das haptische Spielgefühl. Mit Glasmurmeln zu Spielen macht halt deutlich mehr Spaß. Die interessante Geschichte der Tonfigur "Tane" erzähle ich Euch aber dann bei der Spielvorstellung.

Frage::
Besonders abstrakte Spiele leben nur durch einem Langspielreiz.
Was offenbart sich einem denn im Spiel Moeraki-Kemu mit der Zeit?
Wie gestaltet sich die Lernkurve vom Spiel?

Antwort Stefan Kiehl:
Da Moeraki - Kemu über drei vorzeitige Siegbedingungen verfügt, werden Neulinge oft sehr kurze Spiele über wenige Minuten haben. Bei gleichstarken Spielern kann das Spiel auch über eine vierte Siegbedingung entschieden werden, aber nur wenn die ersten drei nicht greifen. Dies ist bestimmt einer der größten Reize von Moeraki - Kemu, dass es jederzeit zum Sieg oder zur Niederlage kommen kann. Im "Meisterspiel" mit dem Krieger können zudem Mehrheiten wieder entfernt werden. Hier wird es dann schon sehr taktisch und die wenigen Spiele in denen die "Tane" (Krieger) zum Einsatz kommen sind dann besonders interessant. Aber bis es mal soweit ist, werden die Spieler etliche Partien benötigen um die Feinheiten und die Möglichkeiten des Spiels zu beherrschen.

Frage::
Als Verleger vom Spiel Moeraki-Kemu zählt es ja auch zu Deinen Aufgaben, dass das Exemplar zum Interessenten/Käufer gelangt.
Wird das Spiel zum Beispiel bei Karstadt oder Müller Markt erhältlich sein?
Welchen Weg hast Du gewählt, um Deine Kunden zu erreichen?

Antwort Stefan Kiehl:
Von Anfang an war klar, dass bei Moeraki - Kemu ein Vertriebsweg über Warenhäuser nicht in Frage kommen würde. Dazu ist das Spiel, bzw. der Kleinverlag nicht bekannt genug. Der Vertrieb ist eher langfristig angelegt. Das Spiel wird auf Spielemessen (z.B. Münchener Spielwies´n) vorgestellt und verkauft. Das Schöne an den Messen ist, dass man den direkten Kontakt zu den Spielern hat. Der Vertrieb läuft außerdem hauptsächlich im Internet durch den befreundeten TAC-Verlag und connexxion24. Aber auch einige Spielwarengeschäfte und Buchhandlungen haben das Spiel schon in Ihrem Programm (sh. Homepage: www.kiehly.de). Durch sehr guter Mund zu Mund Propaganda und erfreulicherweise positiver Rezensionen wurden zudem Spieler auf Moeraki - Kemu aufmerksam.


Verlagsseite Kiehly.de

SHABONO

Für den 6. August 2016 hat sich der Autor Stefan Kiehl als Gast auf dem Familien-Spieltag der Brettspielgruppe Aiblinger Zockerbande angekündigt. Als eigentlicher Ideengeber für diese Veranstaltungen begrüßen wir ihn zweiten Mal.  Mit dabei wird er das Familienspiel SHABONO haben. Das Sammel- und Geschicklichkeitsspiel thematisiert die Kinderwelt der Indios Südamerikas. Der Autor erläutert seine Idee und bietet an, das Spiel zu probieren.
Bei schönem Wetter wird die Terrasse der Ghersburg (-str. 9) genutzt. Gäste sind herzlich willkommen. Bei kostenloser Teilnahme stehen viele Spiele für Groß und Klein bereit.

Es ist die zweite Veröffentlichung von Stefan Kiehl. Wir haben nachgefragt, wie es mit seinem Kleinstverlag weiterging.

In der Ferienausgabe des Magazins himmeblau wird zeitgleich unsere Spielempfehlung für SHABONO veröffentlicht (Vollbild anklicken)


Rezensionen Luding

Vorab habe wir mit dem Autor ein Interview geführt. Wir hatten die Absicht, den folgenden Aspekt auszuleuchten. 

Erste erfolgreiche Veröffentlichung und was nun ... ?

Frage:  Soweit ich informiert bin, gab es bei dem Titel MOERAKI-KEMU Folgeauflagen. Wie ist es Dir mit der zweiten Produktion ergangen? War die es dann bereits Routine oder warfen sich für dich neue Probleme auf?

Antwort Stefan Kiehl: Hallo Nils, es gab eine zweite und nun seit 2014 die dritte Auflage von MOERAKI-KEMU. Grundsätzlich war die Herstellung der zweiten Auflage (1.026 Stück) deutlich leichter zu durchzuführen. Wir (Florian und ich) konnten ja auf die gemachten Erfahrungen der 1. Auflage aufbauen. Es wurde lediglich das Cover leicht abgeändert (nun mit Originalspielbrett), kl. Rechtschreibfehler in der Regel ausgebessert und standardmäßig Schonfilze für die Unterseite des Spielbretts mit einsortiert.

Frage:  Die meisten Gesellschaftsspiele gelangen über die Wege Amazon oder Geschäfte wie Müller Markt zu den Kunden. Haben sich dir solche Wege erschlossen?  Wie hat sich dein Vertriebsweg entwickelt?

Antwort Stefan Kiehl: Mein Hauptvertriebsweg ist der direkte Verkauf bei den Spielemessen oder über persönlichen Kontakt mit mir. Der TAC-Verlag ist mein engster Partner beim Vertrieb per Internet. Den Vertrieb über Wiederverkäufer (Ladenhändler bzw. andere Internetanbieter) teilen wir uns. Die Liste der Händler welche Moeraki-Kemu anbieten, kann auf der Kiehly Homepage eingesehen werden. Herr Müller hat noch nicht angerufen :) 

Frage:  Anstatt deine Idee zu MOERAKI-KEMU einem etablierten Spieleverlag zur Veröffentlichung zu überlassen, hast du selbst einen Verlag gegründet. War es dir bei Verlagsgründung schon klar, dass weitere Titel folgen würden?

Antwort Stefan Kiehl: Es gab zwar schon einige ausgearbeitete Ideen für weitere Spiele in der Schublade, aber ursprünglich war erst einmal nur die Veröffentlichung von Moeraki-Kemu geplant. Wäre M-K nicht so gut angenommen worden, hätten wir bestimmt nicht den Mut gehabt weitere Titel zu veröffentlichen.

Frage: Der neue Titel – SHABONO – ist von den Umverpackungsmaßen wieder ein Unformat. Offensichtlich passen deine Spiele nicht in die üblichen Schachtelformate. Verfolgst du damit eine bestimmte Absicht? ... im Sinne von Alleinstellungsmerkmal oder ausschöpfen der Freiheit deines Vertriebswegs?

Antwort Stefan Kiehl:  Bei SHABONO ist es ja so, dass die Verpackung gleichzeitig ein Spielelement ist - der Baumstamm! Er musste eine gewisse Breite und Höhe haben, um alle Materialien locker unterzubringen und auch die Grafik musste darauf gut darstellbar sein. Die Verpackung hat sich dem Spiel angepasst. Das ist eben der Vorteil eines eigenen Verlags; wir können alles so gestalten wie wir es wollen und was technisch machbar ist. Auch wenn es dann, aufgrund keiner genormten Verpackung und geringer Auflage kostspieliger wird.

Frage: Dein erster Titel MOERAKI-KEMU fordert Konzentration und Ruhe – ist trotz wunderschöner Thematik eher ein abstraktes Spiel. Der Titel SHABONO kommt jetzt ganz anders daher. Es ist ein Familienspiel, ein Hektikspiel, das eine schnelle Auffassungsgabe fordert. Willst du dich als Verleger nicht auf ein Genre festlegen? Sind von dir weitere Überraschungen zu erwarten?

Antwort Stefan Kiehl: Es gibt einen gewissen Rahmen für unsere Spiele. Ein Kiehly - Dogma sozusagen. 
- Relativ kurze Spielanleitung, einfache Regeln.
- Möglichst kurze Spieldauer oder kurzweiliger Spielablauf.
- Alle Spieler sollen ständig am Spiel beteiligt sein.

Egal ob Abstrakt-, Familien- oder Geschicklichkeitsspiel, alles was sich in diesem Rahmen bewegt, ist erlaubt. Vielleicht folgt ja mal eine Memory-Variante. Einfach wieder, bis zum nächsten Spiel, 5 Jahre warten.

Frage: SHABONO handelt thematisch von den Indiokindern Südamerikas. Von mir auch die Huhn/Ei-Frage? Führte Dich das Thema zum Mechanismus oder war es anders herum? 

Antwort Stefan Kiehl: Zuerst war der Mechanismus da. Da ich Wasserfälle liebe, recherchierte ich in dieser Richtung nach einem geeigneten Thema. Da die höchsten Wasserfälle in Venezuela liegen und ich von den Yanomami Indianern im Regenwald las, war die Neugier geweckt. Als ich dann auf den Begriff "Shabono" gestoßen bin, war es um mich geschehen. Das Thema Regenwald hatte dann aber bei der weiteren Entwicklung der Spielmechanismen doch noch einen gehörigen Einfluss. Ein Spiel muss kein Hintergrundthema haben, aber es macht uns einfach Spaß die Spiele in fiktive Geschichten einzubetten. Florian kann hier unsere Ideen auch einfach grafisch schöner gestalten. 

Frage: Hast du ein Spielegenre, zudem du gerne ein Spiel entwickeln und verlegen würdest, wo dir der zufriedenstellende zündende Funke aber bisher ausgeblieben ist? 

Antwort Stefan Kiehl: Eigentlich nicht. Aber ich bin leidenschaftlicher Backgammon Spieler und spiele auch sehr gerne Schafkopf. Also warum nicht mal ein Würfel- oder Kartenspiel.

Frage: Würde es dich inzwischen reizen, die Spielidee eines anderen Autoren zu verlegen?

Antwort Stefan Kiehl: Grundsätzlich wäre ich da offen, aber es fehlt schlichtweg die Zeit. Ich habe einen Hauptberuf und viele andere Interessen abseits vom Brettspielzirkus. Einen Verlag zu führen (auch einen kleinen) erfordert sehr viel Aufwand. Also liebe Autoren: Wendet Euch bitte an andere Verlage.

Lieber Stefan - vielen Dank für die Auskünfte